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Neugestaltung der Seebrücke Haffkrug

Den Auftakt zum Projekt bildet der 2018 gewonnene Wettbewerb mit dem Wettbewerbsbeitrag zur Seebrückenkonzeption, vom Planungsteam:
Landschaftsarchitekten SWUP GmbH,  Tragwerksplaner Kossin und Vismann GmbH & Co. KG und pbh Planungsbüro Hahm GmbH.

Gestaltungsidee  Landschaftsarchitekten SWUP GmbH:
Haffkrug ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Scharbeutz. Aus dieser räumlichen Lage entwickelt sich die abgeknickte Form der Seebrücke als nördlicher Abschluss mit Bezug auf die gesamte Gemeinde. Die Seebrücke führt also nicht nur den Besucher auf das Wasser hinaus, sondern sie nimmt gleichzeitig Bezug auf den Ort und den nach Süden verlaufenden Strand. In Ost-West-Richtung ist die Beziehung Seebrücke - Kurpark aufgrund der Enge des Durchgangs zum Kurpark nur für Ortskundige erlebbar. Deshalb wird auf eine starre axiale Führung der gesamten Brücke verzichtet und der Ost-West-Bezug wird durch drei auf einer Linie liegende Punkte hergestellt: Der Durchgang zum Kurpark wird aufgewertet und dezent inszeniert. Ein langfristiges Ziel der Gemeinde ist der Gesamtumbau der räumlichen Situation.

Aus der Großform ergibt sich die Feingliederung der Seebrücke: der Zugangsbereich mit dem Wetterschutz und der DLRG Station sowie der zum Strand ausgerichteten Tribüne, dem bis zum Gelenk führenden ersten Brückenabschnitt, dem Gelenkbereich, der einen großzügigen Wetterschutz für Veranstaltungen erhält, und dem zweiten Brückenabschnitt, der zum Sonnen- und Aussichtsdeck aufsteigt bzw. der zum Schiffsanleger hinabführt. Fischerboote, Angelboote und Sportboote können am Anleger im Gelenk festmachen, ein Fischerei-Themenspielbereich bildet den Anziehungspunkt für die kleineren Gäste. Das Geländer besteht aus einer Netzstruktur und spiegelt auch hierdurch das Thema Fischerei. Der äußere Teilabschnitt der Brücke bringt den Perspektivenwechsel: höher über dem Wasser, der freie Blick aufs Meer und der Blick zurück auf den Strand und den Ort.

Der Seebrückenvorplatz
Der Übergang vom Platz auf die Seebrücke wird mit einer Treppenanlage inszeniert, die durch integrierte Sitzstufen gleichzeitig Aufenthaltsfunktion hat und einen Bühnencharakter erhält. Der barrierefreie Zugang auf die Brücke erfolgt über eine Rampe, die sich seitlich an die Plattform mit dem Wetterschutz und dem DLRG Häuschen schmiegt. Die Treppenanlage am Seebrückenplatz leitet in eine Strandtreppe über, die ebenfalls mit Sitzstufen gestaltet ist und die sich um eine Strandtribüne gruppiert.

Auf der Nordseite der Strandtreppe ist ein offener Wetterschutz und eine DLRG Station angeordnet.

Wetterschutz im Seebrückengelenk
Im Gelenk ist ein Wetterschutz angeordnet, der auch als überdachte Veranstaltungsfläche für vielfältige touristische Angebote genutzt werden kann, z.B. Hochzeiten oder Empfänge auf der Seebrücke. Hier liegt auch ein barrierefreies WC. Großzügige Bänke auf der Südseite bieten für jeden Gast eine Aufenthaltsmöglichkeit mit Blick auf den Sportbootanleger und den Strand.

Sonnendeck
In Richtung Spitze der Seebrücke verbreitert sich die Fläche und wird von Bänken und Liegen gesäumt, es wird ein Sonnendeck geschaffen mit Ausblicken zum Strand und auf das offene Meer. Die Fläche wird mit Einzel- und Doppelliegen sowie Bänken ausgestattet.

Seebrückenspitze
Nach dem Sonnendeck schließt sich die „Haffkruger Spitze“ an. Die Brücke läuft in diesem Raum spitz zu und erreicht ihren höchsten Punkt. Dieser Ort bildet den Abschluss der Erlebnisdramaturgie der Seebrücke und bietet am äußersten Punkt der Seebrücke einen besonderen Höhepunkt. Das Zentrum der „Haffkruger Spitze“ bildet eine große Dreiecksbank. Das Bankobjekt bietet viel Platz zum Verweilen und erhält auf der oberen Ebene eine Glasabdeckung, die den Durchblick auf den Anlegerbereich ermöglicht und vor allem den Anleger mit zusätzlichem Tageslicht beleuchtet.

Es schließt sich räumlich ein Fotopunkt an, der die Seebrückenspitze ins Zentrum des Betrachters rücken soll. Das Objekt besteht aus der aufgerichteten Silhouette der Seebrücke mit dem Schriftzug Seebrücke Haffkrug. Die Figur ist aus massivem Edelstahl geplant.

Dieser Ort bildet für den Besucher eine Inszenierung als Fotomotiv, die ihn ins Zentrum der Seebrücke stellt sowie die Abbildung der Seebrückenarchitektur auf dem Bildmotiv.

Schiffsanleger
Die Anlegerplattform für den Ausflugsverkehr ermöglicht das Anlegen von zwei Schiffen. Der Abgang zum Anleger für die Bäderschiffe auf ist in Form einer Gangway barrierefrei konstruiert.
Der Sportbootanleger erhält 6 Liegeplätze für kurzzeitiges Anlegen.

Beleuchtung
Die Seebrücke wird durch eine indirekte Beleuchtung in den Handläufen illuminiert, die ihre Kontur betont, das Auge des Gastes aber nicht blendet. Es wird bewusst warmweißes dimmbares Licht verwendet. Lediglich Anfangs-Gelenk- und Endpunkt können durch spezielle Lichteffekte betont werden. Um die Inszenierung der Seebrücke den unterschiedlichen Anforderungen von Jahreszeiten und saisonalen Angeboten anzupassen kann die Anlage zentral  gesteuert werden.

Barrierefreiheit
Alle Bereiche und Ebenen sind, mit Ausnahme der Liegeplätze für Fischer und Privatboote, für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen ohne Einschränkungen zu erreichen. Vor allem auch der Schiffsanleger ist barrierefrei zu erreichen.

Nachhaltigkeit, Umwelt
Es werden langlebige und zertifizierte Materialien mit minimierten Umweltauswirkungen eingesetzt. Die Elemente sind so aufgebaut, das Wartung und Reparatur einfach und nur in großen Abständen ausgeführt werden müssen. Bei der Entsorgung lassen sich Bauteile einfach wieder trennen.