Der Britzer Verbindungskanal bietet großes Potenzial für einen zusammenhängenden Freiraum, ist bislang jedoch fragmentiert und nur abschnittsweise zugänglich. Um diesen Raum neu zu ordnen und strategisch weiterzuentwickeln, erarbeitete SWUP GmbH im Auftrag des Bezirksamts Treptow-Köpenick eine Machbarkeitsstudie für einen durchgängigen Uferweg am nördlichen Kanalufer. Untersucht wurde der rund 2,4 Kilometer lange Abschnitt zwischen Heidekampgraben und Spree im Fördergebiet Baumschulenstraße – Köpenicker Landstraße.

Ziel war es, den Uferraum als durchgehenden Grünzug zu definieren und dauerhaft öffentlich zugänglich zu sichern. Dabei ging es nicht allein um eine Wegeverbindung, sondern um eine grundlegende räumliche Neuordnung mit besseren Aufenthaltsorten, stärkeren ökologischen Funktionen, klimaresilienten Strukturen und einem zeitgemäßen Regenwassermanagement.

Aus der Analyse entwickelte sich ein klar strukturiertes Zielkonzept mit differenzierten Entwicklungsansätzen für die einzelnen Teilbereiche. Der Uferweg bildet das räumliche Rückgrat des Konzepts und verknüpft Sportanlagen, Kleingärten, Wohnquartiere und bestehende Grünräume zu einer zusammenhängenden Freiraumachse. Barrierefreiheit ist dabei kein Zusatz, sondern selbstverständlicher Qualitätsstandard und prägt alle Abschnitte.

Gleichzeitig stärkt das Konzept den Biotopverbund entlang des Gewässers. Flachwasserzonen, naturnahe Uferabschnitte und verbesserte Vegetationsstrukturen erhöhen die ökologische Leistungsfähigkeit des Raums. Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung sind integraler Bestandteil der Planung und machen den Uferbereich widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Anforderungen.

Komplexe Übergangsbereiche unter Brücken, sensible Uferzonen und Flächen mit konkurrierenden Nutzungsansprüchen wurden gezielt untersucht. Nutzungskonflikte wurden offen benannt und realistisch bewertet. Daraus entstand ein abgestuftes Maßnahmenkonzept mit klaren Prioritäten von kurzfristig realisierbaren Impulsen bis hin zu langfristigen strukturellen Entwicklungen.

Die Studie entstand in enger Abstimmung mit den beteiligten Fachämtern des Bezirks, darunter Stadtplanung, Straßen- und Grünflächenamt, Umwelt- und Naturschutz sowie Sport, und unter frühzeitiger Einbindung übergeordneter Akteure wie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Auch Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit flossen in die Bewertung und Gewichtung der Maßnahmen ein.

Mit der Machbarkeitsstudie liegt erstmals ein konsistentes und umsetzungsorientiertes Gesamtkonzept für das nördliche Kanalufer vor. Es setzt einen klaren strategischen Rahmen für die weitere Entwicklung, verbindet ökologische Qualität mit stadträumlicher Vernetzung und schafft die Grundlage für die schrittweise Realisierung eines durchgängigen Ufergrünzugs mit hoher Aufenthaltsqualität

Ort:
Treptow-Köpenick, Berlin

Auftraggeber:
Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
Stadtentwicklungsamt 

Zeitraum:
September 2024 – Januar 2026

Verwandte Projekte:
Freiraumachse Baumschulenweg