Mit der UrbanenBERKEL ist entlang der Berkel ein neuer, zusammenhängender Stadtraum entstanden. Ziel der Gesamtmaßnahme war es, den Fluss und sein Umfeld wieder stärker in das Stadtgefüge einzubinden und als identitätsstiftendes Element erlebbar zu machen.

Auf rund 1,6 Kilometern Länge wurden das Flussbett neu gestaltet, Ufer geöffnet, Promenaden angelegt, Plätze entwickelt und Brücken neu gefasst. Die Maßnahme umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Teilbereiche, die gemeinsam einen durchgängigen Freiraum entlang der Berkel bilden und die Innenstadt Coesfelds nachhaltig stärke

Das Projekt gliedert sich in fünf aufeinander abgestimmte Teilabschnitte entlang der Berkel.

Schlosspark

Im Schlosspark rückt die Berkel wieder ins Zentrum des öffentlichen Lebens. Flach modellierte Uferbereiche ermöglichen unmittelbare Nähe zum Wasser und schaffen neue Aufenthaltsqualitäten. Zwei Staustufen sorgen für ein ruhiges, gleichmäßiges Wasserbild.

Eine großzügige Treppenanlage verbindet Alltag und Veranstaltung: Im täglichen Gebrauch dient sie als Sitzstufenanlage, bei Bedarf kann sie als Tribüne für eine temporäre Bühne genutzt werden. Ein thematisch gestalteter Wasserspielplatz ergänzt das Angebot und spricht unterschiedliche Altersgruppen an.

Ein barrierefreier Rundweg erschließt den Park und verbindet die Bereiche im Norden und Süden über neu gestaltete Brücken. Der vorhandene Altbaumbestand wurde sorgfältig erhalten und durch neue Pflanzungen ergänzt, sodass der gewachsene Charakter des Parks bewahrt und weiterentwickelt wird.

Wiemannweg

Der Wiemannweg bildet eine zentrale innerstädtische Verbindung entlang der Berkel. Der neu gestaltete Wegeraum ist klar gegliedert: Ein barrierefreier Fußweg verläuft auf der unteren Ebene direkt am Wasser, während der Radverkehr auf einer erhöhten Ebene geführt wird.

Ein neu geschaffener Platz mit direktem Zugang zur Berkel und Sitzmöglichkeiten am Ufer lädt zum Verweilen ein. Die Verbreiterung des Weges wurde durch eine Ufermauer und eine Steganlage ermöglicht, die zugleich neue Aufenthaltsorte am Wasser schaffen.

Promenade Davidstraße

Zwischen Davidstraße und Poststraße entstand an der Berkelresidenz ein weiterer prägender Abschnitt der UrbanenBERKEL. Während der Bauarbeiten wurden archäologische Spuren einer Ölmühle aus dem 14. Jahrhundert freigelegt. Die historischen Sandsteinblöcke in der Berkelmauer wurden in die Gestaltung integriert und machen die Geschichte des Ortes sichtbar.

Das Gestaltungskonzept greift das Mühlenthema auf. Der sogenannte „Mühlenbalkon“ liegt auf Höhe des ehemaligen Fundaments und bietet einen erhöhten Blick auf den Fluss. Ergänzend führen die „Mühlenterrassen“ als Sitzstufenanlage hinunter zur Berkel. So entstand ein neuer innerstädtischer Treffpunkt mit direktem Bezug zum Wasser.

Bernhard-von-Galen-Straße

Als wichtiger Verbindungsraum zwischen Innenstadt und Münsterstraße wurde die Bernhard-von-Galen-Straße grundlegend neu geordnet und gestalterisch aufgewertet. Der Straßenraum fügt sich sensibel in das Umfeld von Stadtschloss und Jesuitenkirche ein und stellt eine klare Verbindung zum Schlosspark her.

Ein einheitlicher Gestaltungskanon prägt das Erscheinungsbild: helle, großformatige Beläge in den Gehwegen, dunklere Beläge in der Fahrgasse, modernes Stadtmobiliar, neue Leuchten und Baumreihen aus Feldahorn.

Der Straßenraum wurde querungsfreundlich und barrierearm gestaltet. Geringe Trennwirkungen, klare Kontraste und Begegnungszonen erhöhen Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Der Radverkehr wird im Mischverkehr geführt.

Ein neu angelegter Kreisverkehr ordnet die Verkehrsströme zwischen Bernhard-von-Galen-Straße und Münsterstraße. Die hier überbaute Berkel wird durch Leuchtstelen und ein blaues Pflasterinlay im Straßenraum sichtbar gemacht und knüpft gestalterisch an die bereits realisierten Abschnitte entlang des Flusses an.

Die Planung und Umsetzung erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Hahm aus Osnabrück.

Ort:
Coesfeld (Nordrhein-Westfalen)

Auftraggeber:

Stadt Coes­feld

Zeitraum:
2014 bis 2024

Baukosten: ca. 10.1 Mio. €