Sie sind hier

Dialogverfahren zur Rahmenplanentwicklung für den Spreepark

Unter dem Titel „Spreepark Neustart“ entwickeln die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie die Grün Berlin GmbH gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern seit 2016 Ideen für den ehemaligen Vergnügungspark am Ufer der Spree. SWUP GmbH konzipierte und gestaltete die Beteiligungs- und Kommunikationsstrategie im Auftrag der Grün Berlin GmbH. Mittlerweile fanden mehrere gut besuchte Dialog- und Werkstattveranstaltungen sowie Führungen statt. Im künftigen Spreepark sollen Kunst, Kultur und Natur überraschende Verbindungen eingehen und ein besonderes Besuchserlebnis schaffen. Der Charme des früheren Freizeitparks kann bestehen bleiben, wenn Fahrgeschäfte und Gebäude neu genutzt und vorhandene  Baumbestände in die Parklandschaft einbezogen werden. 

 

Überblick über das Gesamtverfahren – die begleitende Beteiligung

Die Erarbeitung der Rahmenplanung wurde von einem Dialogverfahrenbegleitet, das aus drei öffentlichen Großveranstaltungen und zwei Planungswerkstätten bestand. Die von SWUP GmbH entwickelte Beteiligungsstrategie setzt auf die breite Öffentlichkeit und Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen, wie Natur, Kultur, Tourismus und Verkehr gleichermaßen. Der finale Rahmenplan ist damit das Ergebnis eines fast zweijährigen intensiven und durchgehend dokumentierten Austausches.

Nach der ersten Dialogveranstaltung mit über 1.100 Gästen hielt die Grün Berlin GmbH gemeinsam mit der SWUP GmbH über 1.300 Anregungen, Wünsche und Ideen in Form einer beschreibenden Zusammenfassung fest.  Das geschah ohne Bewertung oder Ableitung von Handlungsempfehlungen. Diese erste Dokumentation mit dem Titel „Spreepark Neustart – Dialogveranstaltung am 1. Juli 2016“ diente als Arbeitsgrundlage für das anschließende Rahmenplanverfahren.

Auf der zweiten Dialogveranstaltung am 18. November 2017 im Funkhaus Berlin stand die Vorstellung der interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft unter Federführung des international renommierten Landschaftsarchitekturbüros Latz + Partner im Mittelpunkt. Die Dokumentation „Spreepark Neustart – zweite Dialogveranstaltung / 18. November 2016“erläutert die Herangehensweise des Planungsteams für die Entwicklung und Gestaltung des Raumes. Erste Ansätze für die Planung führten beim Publikum an diesem Abend zu vielfältigen Assoziationen. Graphic Recordings dokumentierten den Dialog zwischen den Gästen, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, dem Bezirk Treptow-Köpenick und dem Planungsteam. 

Auf Einladung der Grün Berlin GmbH fanden am 10. März und am 14. Juli 2017 zwei Planungswerkstätten im Rathaus Treptow-Köpenick mit rund 50 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Tourismus, Kunst und Kultur und Vertreterinnen und Vertretern der politischen Fraktionen statt. Erste konkrete konzeptionelle Aussagen, Herausforderungen, Potenziale und Konflikte sowie noch offene Fragen konnten in einem thematischen Arbeitsgruppen-Setting strukturiert diskutiert und Lösungsvarianten erörtert werden. Die Dokumentation „Spreepark Neustart – Planungswerkstätten 10. März und 14. Juli 2017“fasst die Ergebnisse aus den beiden Werkstätten für die weitere Bearbeitung des Rahmenplans zusammen. 

Die dritte öffentliche Dialogveranstaltung konnte witterungsbedingt nicht auf dem Gelände stattfinden, deshalb lud die Grün Berlin GmbH erneut ins Rathaus Treptow-Köpenick ein. Über 160 Gäste informierten sich am 30. November 2017 über den Arbeitsstand zur Rahmenplanung. Im moderierten Gespräch mit dem Publikum und geladenen Podiumsgästen wurden Fragen geklärt und konkrete Anregungen für die weitere Bearbeitung notiert. Die Dokumentation „Spreepark Neustart – Dritte Dialogveranstaltung / 30. November 2017“ gibt eine zusammenfasende Darstellung des Arbeitsstandes wieder. Darüber hinaus hält sie die Expertensicht auf das Projekt fest sowie eine Reihe von Kurzinterviews mit Veranstaltungsgästen, die die SWUP GmbH im Anschluss an die Veranstaltung durchführte. 

Nach der Präsentation des finalen Rahmenplans am 25. Mai 2018 als Ergebnis der fast zweijährigen gemeinsamen Arbeit zwischen den vielen Akteuren und Interessierten beginnt nun die vertiefende formal-planerische Bearbeitung, da die Rahmenkonzeption als Planwerk keine rechtsverbindliche Gültigkeit besitzt. 

Erst mit der Aufstellung des rechtsverbindlichen Bebauungsplans ist eine satzungsgemäße formale Grundlage geschaffen, die eine Entwicklung der Nutzung, wie sie in der Rahmenplanung vorgesehen ist ermöglicht. Die Beteiligung der Öffentlichkeit (frühzeitige Einbeziehung, Offenlegung der Planung etc.) zählt zu den Bestandteilen des Bebauungsplanverfahrens. Auch die Entwurfsplanung, das heißt die konkrete planerische Ausformulierung von Teilbereichen des Spreepark-Geländes, baut auf den Kernaussagen der Rahmenplanung und auf den Festlegungen des Bebauungsplans auf. 

Zwischen der Entwurfsplanung und der vorhabenbezogenen Bebauungsplanung wird es ein inhaltliches Wechselspiel geben. Fragestellungen, die sich im Bearbeitungsprozess dieser Planungsebenen ergeben und gegenseitig beeinflussen, erfordern fachliche Antworten und Präzisierungen.

 

Ausblick

Der Bezirk Treptow-Köpenick hat für den Spreepark das Bebauungsplanverfahren (Bebauungsplan 9-7 „Spreepark“) eingeleitet. Auch in diesen Prozess werden die Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens (voraussichtlich 2020) wird die Grün Berlin GmbH mit der schrittweisen Umsetzung der Planungen beginnen. Die Eröffnung des sanierten Eierhäuschens mit einem gastronomischen und künstlerischen Konzept ist für das Jahr 2021 geplant.

In der Zwischenzeit werden weiterhin die beliebten Führungen durch den Spreepark angeboten. Neu sind performative Kunstführungen, die vom ZKR – Zentrum für Kunst im öffentlichen Raum – der Plattform für die Kunstprojekte der Grün Berlin GmbH - initiiert wurden: Von Juni bis Oktober 2018 laden fünf Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen zu spannenden Touren durch den Spreepark ein. Jede Führung setzt sich mit dem Park und seinen Besonderheiten auf ganz eigene Art auseinander. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Touren sind dabei je nach Führung eingeladen imaginäre Welten zu entdecken, Pflanzen zu verkosten, Erinnerungen zu teilen, Fragen von Besitz und Eigentum nachzugehen oder Teil musikalischer Inszenierungen zu werden. Im Laufe des Sommers wird zudem ein Info-Pavillon errichtet, in dem Planungen und aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Spreepark vorgestellt werden. NeueAktivitäten, wie beispielsweise ein Workshop zum Thema Kultur-Naturbildung sind in Vorbereitung. Die Grün Berlin GmbH wird auch in Zukunft regelmäßig über neue Planungs- und Arbeitsfortschritte bei der Entwicklung des Spreeparks unter www.gruen-berlin.deinformieren. 

Die Broschüren zum Dialogverfahren sind unter folgendem Link zu erhalten: https://gruen-berlin.de/spreepark/beteiligungsmoeglichkeiten